Stellungnahmen

Viele Bürgerinnen und Bürger haben uns ihre Stellungnahmen und Briefe an Politiker zur drohenden Abschiebung von Sherin und Baraan Omar und Shilan Hosen zukommen lassen. Einige davon veröffentlichen wir an dieser Stelle:

Pater Mateusz Micek
Prof. Liselotte und Anton Haaß
Lena Jefferies
Josef Schömann
Christa Riedinger
Else Lehnert
Brigitte Adamek-Rinderle
Claudia und Jürgen Rauch
Elke Berg
Hans-Jürgen Trautmann
Andrea Hempel
Pfarrerin Andrea Sattler und Petra Ferdinand-Storb
Sylvia und Dr. Gerd Schwiersch
Anne Preßer
Sabine Junker
Monika Kostyra

Pater Mateusz Micek:

„Die Familie Omar und ihr Schicksal ist mir seit Weihnachten 2016 durch den Verein der Flüchtlingshilfe in Blieskastel bekannt. Das Wallfahrtskloster organisiert jedes Jahr „lebendiges Krippenspiel“ mit echtem Kind. Und die Familie Omar trotz des muslimischen Religionsbekenntnisses haben ihr Kind für das Krippenspiel „zur Verfügung“ gestellt. Wir haben nach langem Suchen dank der Familie Omar das „Christkind“ gefunden. Trotz der Religionsverschiedenheit haben wir Weihnachten gefeiert. Wenn ich an diese Familie denke, dann kommt es mir in Erinnerung auch die heilige Familie, die auf der Flucht vor ihrem Schicksalsschlag war. Ich wünsche mir, dass die Familie nach so erfolgreicher Integration hier in Blieskastel auch in der katholischen Kirche uns erhalten bleibt.
Ich hoffe, dass ich mit meinem kleinen Beitrag für die Familie Omar etwas bewirken kann.
Mit freundlichen Grüßen
Pater Mateusz Micek – Wallfahrtskloster der Minoriten in Blieskastel“

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Prof. Liselotte und Anton Haaß:

„….eine Erschütterung über dieses völlig unverständliche, unmenschliche Verfahren teilen wir.
Es ist das Gegenteil von A. Merkels  „Willkommen in Deutschland“.  Diese Familie ist ein Vorbild für gelungenes Einleben in Deutschland. Wie kann man dieses Vorbild einfach wegjagen? Das widerspricht jedem gesunden Menschenverstand, jedem Gefühl von Menschlichkeit. Und Du und alle Helfer- habt Ihr überhaupt noch Energie, gegen diese  willkürlichen „Windmühlen-Flügel“ anzukämpfen?
Man sollte dieses Schicksal der Familie Omar und ihr vorbildliches Verhalten in allen Medien, Deutschlandweit- bekannt machen.
Natürlich gibt es Gesetze (wo Erstantrag- dahin zurück…!), aber Gesetze, die die Humanität mit Füssen treten, müssen abgemildert werden können in Deutschland, oder???
Nachdem mich in der letzten Woche ein Artikel der „Zeit“  aufrüttelte, ahne ich, was passiert sein könnte. Dem Artikel entnahm ich, dass das BAMF wegen völliger Überlastung und der politischen Vorgaben, bis Mai 2017 alle Asylanträge abgearbeitet zu haben, ein  unausgebildetes, fachfremdes Personal eingestellt hat und dass die Entscheider die jeweiligen Asylbewerber gar nicht sehen und sprechen, bevor sie ihr ja oder nein unterschreiben. Und obendrein noch z.T. unfähige Dolmetscher. Es ist zum Haare-Raufen, was da passiert und was an Leid und Elend dadurch geschaffen wird.
Und welche uns beschämende Ungerechtigkeiten passieren.
Wo kann ich helfen?
Mit vielen guten Wünschen für Dich und Deine Helfer und Betreuten“

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Lena Jefferies:

„Habe deinen Bettelbrief gelesen. Kann euere Not spüren. Was kann ich tun, fühle mich so hilflos ……………..Ich wünsche inständig, daß es einen Ausweg gibt…..“

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Josef Schömann:

„………………diese Vorgehensweise ist nicht nur aus inhaltlichen (tatsächliche Integration), menschlichen (Erfahrungen mit dem Staat Bulgarien) sondern auch rechtlichen Gründen nicht zu verstehen. Sie macht fassungslos.
Wie sagte der Minister in der Sendung heute Abend, dass die Behördenentscheidungen vom Verwaltungsgericht bzw. Ober- überprüft werden können………..
Im Moment fällt mir als Maßnahme zur Gegenwehr nur ein, mit einer Gruppe von Menschen zu dieser Behörde zu gehen, die eigene Position deutlich zu machen und sie zu einer Stellungnahme aufzufordern.
Ob nicht das Gericht die Behörde noch bremsen kann, mag ich nicht beurteilen. Aber die Fassungslosigkeit zu diesem Vorgang braucht ein Ventil, wenn sie nicht dazu führen soll, dass viele Menschen resignieren.“

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Christa Riedinger:

„Sehr geehrter Herr Bouillon,
ich bin tief bestürzt über die Entwicklung im Fall der Familie Omar.Auch wenn gesetzliche Vorgaben strikt durchgesetzt werden sollen, gibt es doch die Möglichkeit einer Ausnahmeregelung – und wann, wenn nicht in einem Fallwie diesem muss die in Betracht gezogen werden?Ich wünsche mir sehr, dass Ihr Einfluss zu einer menschlichen Entscheidungführt.“

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Else Lehnert:

„Sehr geehrte Frau Kramp – Karrenbauer,
zunächst möchte ich Ihnen für Ihre Regierungsarbeit danken, die ich schätze…..
Heute wende ich mich mit einer großen Bitte an Sie: Bitte tun Sie alles in Ihrer Macht stehende, um die Ausweisung der syrischen Familie Omar/Hosen abzuwenden.
Mit sehr viel persönlichem Engagement und Einsatz von Zeit und Kraft betreut die mir persönlich bekannte Frau Dussing-Schuberth diese Familie. Sherin Omar hat durch ihre Hilfe sehr gut Deutsch gelernt und eine Arbeit gefunden. Sein Sohn ist hier geboren, die Familie hat hier nach grauenvollen Erlebnissen und gefahrvoller Flucht wieder Hoffnung auf ein normales Leben schöpfen können.
Nun steht sie wieder vor einer ungewissen Zukunft.
Ich weiß, dass es Gesetze gibt, die diesen Entscheidungen zugrunde liegen.
Aber sollte nicht eine erbrachte Integrationsleistung gewürdigt werden?
Im Jahr 2015 hat unsere Bundeskanzlerin in einer menschlichen Geste –man könnte auch sagen: in einer barmherzigen Geste, Menschen in unser Land gelassen und viele Menschen haben diese Entscheidung mitgetragen und in beispielloser Solidarität versucht, einen Beitrag zu leisten, damit diese Menschen hier „ ankommen“ können. Immer wieder gibt es von Seiten der Politik lobende Worte für dieses große ehrenamtliche Engagement.
Können Sie sich vorstellen, wie frustriert viele dieser Helfer und Helferinnen sind, wenn ihre Arbeit, die sie mit viel persönlichem Einsatz geleistet haben, ins Leere läuft, weil ihre „ Schützlinge“ abgeschoben werden?
Viele Stunden Deutschunterricht: umsonst. Viele andere Hilfen, z.B. Vermittlung der Kinder in Schulen oder Kindergärten: umsonst!
Die Dublin- Regelung, die vorrübergehend außer Kraft gesetzt war, sollte nicht für Menschen gelten, die hier seit zwei Jahren leben und sich vorbildlich verhalten haben!
Oft ist von der Politikverdrossenheit vieler Menschen die Rede. Durch die Erfahrung, sich den gesetzlichen Regelungen hilflos ausgeliefert zu fühlen und dem Gefühl, dass ohne Herz entschieden wird, kann tatsächlich eine große Verdrossenheit entstehen.
Falls dieser Brief Sie tatsächlich erreicht: Bitte helfen Sie!“

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Brigitte Adamek-Rinderle:

„Sehr geehrter Herr Minister Bouillon,
ich weiß, Sie handeln nach Recht und Gesetz. Trotzdem möchte ich als Bürgerin dieses Bundeslandes an Sie appellieren. Ich denke, bei allen juristischen Spiegelfechtereien bleibt immer ein Spielraum, eine Auslegungsmöglichkeit, ein Hintertürchen, das die Juristen meist absichtlich offen lassen.
Es geht um den Fall Sherin Omar, der kürzlich in den Medien behandelt wurde. Ich kenne diesen jungen Mann und seine Familie persönlich. Ich habe seine Entwicklung miterleben dürfen und mich sehr gefreut, als er einen Ausbildungsvertrag bekam. Er hat von Beginn an alles daran gesetzt, Kontakte zu knüpfen, einfach mitzumachen. Ich erinnere mich noch gut an eine gemeinsame Radtour vor 2 Jahren. Viele Äpfel lagen auf den Wiesen und in den Gräben. Wir fuhren vorbei, er hob einige davon auf und verschenkte sie an uns. Eine berührende Geste!
Ich finde, es geht hier um die christliche Tugend der Barmherzigkeit. Es geht immer um Menschen, um kleine Menschen, die hier geboren wurden. Es geht um junge Menschen, die hier im Saarland eine Perspektive zum „Über“-Leben gefunden haben, nach all den traumatischen Erfahrungen. Die engagierte Menschen und Freunde um sich haben, die sie tragen und unterstützen.
Lieber Herr Bouillon, wir würden Sie sich in seiner Lage fühlen? Zutiefst verzweifelt, hilflos, ausgeliefert? Genauso wie Sherin.
Ich appelliere an die Großherzigkeit und Barmherzigkeit auch Ihrer MitarbeiterInnen, die Großartiges leisten in dieser schwierigen Zeit und nicht an diesen Schicksalen kaputt gehen dürfen. Trotzdem sind auch sie „nur“ Menschen. Oder gerade menschlich!
Mit hoffnungsvollen Grüßen
Brigitte Adamek-Rinderle
Beigeordnete Stadt Blieskastel“

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Claudia und Jürgen Rauch:

„Auch wir möchten die Petition an den Innenminister unterstützen, mit der großen Bitte, Sherin und seine Familie nicht nach Bulgarien abzuschieben.
Sherin und seine Familie haben hier endlich wieder ein neues Zuhause gefunden, sich integriert und versuchen, eine Zukunft aufzubauen.
Die Abschiebung nach Bulgarien würde doch alles zerstören.
Wir bitten den Innenminister in Namen der Menschlichkeit, diese Abschiebung nicht zu vollziehen.“

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Elke Berg:

„Sehr geehrte Frau Ministerpräsidentin, liebe Frau Kramp-Karrenbauer!
Sehr geehrter Herr Minister, lieber Herr Bouillon!
Ich wende mich heute an Sie beide sowohl in Ihren Funktionen innerhalb der saarländischen Landesregierung als auch als private Bürger. Es geht mir um das künftige Schicksal von Sherin Omar, seiner Frau Shilan Hosen und ihrem kleinen Sohn Baraan, die einen Abschiebungsbescheid nach Bulgarien erhalten haben.
Ich möchte hier nicht über die Zustände in den Flüchtlingslagern Bulgariens an der Grenze zu Ungarn oder anderen europäischen Ländern schreiben, sondern Ihnen das berichten, was ich über die junge Familie weiß.
Ich kenne die beiden nun schon seit über zwei Jahren, beide waren (beziehungsweise sind) eifrige Besucher meiner und anderer ehrenamtlichen Deutschkurse in Blieskastel. Sherin ist es allein mithilfe dieser Kurse und fleißiger Arbeit gelungen, innerhalb von kurzer Zeit so gut Deutsch zu lernen, dass er als Dolmetscher für andere im Kurs helfen konnte und dass er nun – wie Sie ja sicher inzwischen wissen – einen Ausbildungsplatz erhalten hat, obwohl ihm als Drittstaatenregel-Betroffenem die Teilnahme an einem Integrationskurs verweigert wurde.
Shilan tut sich als junge Frau, die im letzten Jahr einen kleinen Sohn geboren hat, etwas schwerer mit dem Deutschlernen, zumal sie nur einen einfachen Bildungshintergrund hat. Aber sie hat trotz zum Teil schwieriger Schwangerschaft fast nie in einem der wöchentlichen Kurse bei mir oder anderen ehrenamtlichen Lehrern gefehlt; jetzt nimmt sie weiterhin in Begleitung von dem kleinen Baraan daran teil.
Beide suchen Kontakt zu deutschen Bekannten, so war ich zum Beispiel zur Feier ihres Hochzeitstags in die kleine Wohnung eingeladen.
Shilan, die als eher zurückhaltend oder gar schüchtern einzuschätzen ist, trägt seit einigen Wochen kein Kopftuch mehr: Bei einer traditionell geprägten jungen Frau sicher ein Versuch, sich besser in ihr neues Lebensumfeld zu integrieren und das auch nach außen kundzutun.
Liebe Frau Kramp-Karrenbauer, lieber Herr Bouillon:
Machen Sie bitte von Ihren Möglichkeiten Gebrauch und gestatten Sie der kleinen Familie den weiteren Aufenthalt in Deutschland! Es ist als sicher anzusehen, dass sie sich gut in die deutsche Gesellschaft integrieren werden und schon in kurzer Zeit auf eigenen Füßen stehen werden.“

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Hans-Jürgen Trautmann:

„Liebe Frau Dussing- Schuberth,
auf diesem Weg nochmals meinen herzlichsten Dank für die aufopferungsvolle Arbeit in der Flüchtlingshilfe, Ihnen und all ihren ehrenamtlichen Helfern.
Es ist unbestritten, dass ohne die Arbeit von tausenden Ehrenamtlichen diese „Flüchtlingskrise“ nicht bewältigt worden wäre.
Es ist unverständlich, dass trotz größter Integrationsbereitschaft von Sherin Omar dieser nun mit seiner gesamten Familie nach Bulgarien abgeschoben werden soll. Wann hat diese ungewisse Zeit für diese Familie nun ein Ende?
Auch ist es ein äußerst negatives Signal für alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer, wenn dies tatsächlich so geschieht und die Familie nach Bulgarien abgeschoben wird.
Ich appelliere an alle verantwortungsvollen Politikerinnen und Politiker hier der Abschiebung einen Riegel vorzuschieben.

Liebe Frau Dussing-Schuberth, Ihnen und all ihren „Mitarbeiterinnen“ wünsche ich für die kommende Zeit viel Kraft und ein besonnenes Vorgehen.
Herzliche Grüße
Ihr
Hans-Jürgen Trautmann
Ortsvorsteher Blieskastel-Mitte“

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Andrea Hempel:

„es mag sein, dass sich das BAMF in der o.g. Sache juristisch völlig korrekt verhält, wenn es Sherin Omar , Shilan Hosen und ihrem kleinen Sohn erneut die Abschiebung nach Bulgarien innerhalb kürzester Frist androht.
Aber das BAMF ist eine Behörde. Behörden unterstehen den Weisungen der Politik.
Und an die Politik, insbesondere an Sie, Herr Innenminister, richte ich den eindringlichen Appell, gerade in diesem Fall alles zu nutzen, was ihnen an Spielraum zur Verfügung steht und für diese Familie ein Bleiberecht zu ermöglichen.
Was nützt eine rigorose Abschiebungspolitik? Wird dadurch nur ein einziger AFD-Wähler davon überzeugt, die gefährliche Rechtspartei nicht zu wählen?
Über die vorbildliche Integration der Familie Omar / Hosen wurde schon viel geschrieben.
Hier ist noch einmal herauszuheben, dass sie den deutschen Staat sozusagen nichts mehr kosten.
Vielmehr können sie aufgrund ihres Status  selbst Leistungen, die jedem anderen Bürger zustehen, nicht in Anspruch nehmen: sie bekommen kein Kindergeld und kein Wohngeld.
Mit dem von Sherin erarbeiteten Einkommen finanzieren sie ihren kompletten Lebensunterhalt.
Und zahlen Sozialversicherungsbeiträge und Steuern!
Und sind beide weiterhin nach Kräften ehrenamtlich engagiert!
Hätte die Landesregierung nur den Mut, die Leistung dieser Familie bekanntzumachen und herauszustellen.
Sie könnten zeigen, dass der Satz der Bundeskanzlerin von 2015 in einer Weiterentwicklung durchaus wahr ist: Wir schaffen das – gemeinsam mit den Neuzugewanderten.
Mit dieser Bereitschaft, sich in der deutschen Gesellschaft einzugliedern und zu deren positiver Entwicklung beizutragen, sollten sie sich das Recht erarbeitet haben, sich jenseits erpresster Asylanträge in Bulgarien hier eine Existenz aufzubauen.
Eine Entscheidung zugunsten des Bleiberechts von Sherin, Shilan und Baraan würde mehr für das friedliche Zusammenleben in unserem Land bewirken als jede gnadenlose Abschiebung  und jedes „Integrationsgesetz“.
In der Hoffnung weiterhin hier in Blieskastel  zusammen mit Sherin, Shilan und Baraan leben zu können“

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Pfarrerin Andrea Sattler und Petra Ferdinand-Storb, evangelische Kirchengemeinde Lebach-Schmelz:

„Sehr geehrter Herr Minister Bouillon,
wir wenden uns als eine evangelische Kirchengemeinde an Sie, die viel Erfahrung im Umgang mit geflüchteten Menschen hat. Nun sind wir mit dem Schicksal von Familie Omar konfrontiert, das Ihnen bekannt ist.
Wir feiern in dieser Woche Karfreitag und Ostern. Wir erinnern uns an das Leiden und Sterben Jesu. Erinnern ist etwas Lebendiges. Wir gehen im Erinnern zu unserem eigenen Leiden und unserer Angst zu sterben. Damit sind wir aber auch aufgerufen, offen zu sein, mitzufühlen mit dem Leiden der Menschen, mit denen wir zusammenleben. Mit uns lebt Familie Omar aus Syrien. Sie hat das Leid des Bürgerkrieges überlebt. Hat viel Leid aber auch auf der Flucht erlebt – in einem europäischen Land, in Bulgarien.
Hier im Saarland endete zuerst einmal diese belastende Phase ihres Lebens. Aber jetzt sollen sie weggeschickt werden, obwohl sie endlich anfangen konnten zu leben, sich integriert haben, neu Fuß gefasst haben, neuen Lebensmut geschöpft haben. Sie sollen weggeschickt werden, zurückgestoßen in ein Land, das weniger fähig ist aufzunehmen und anzunehmen als unseres. Sehr geehrter Herr Bouillon,
wenn das Erinnern an Karfreitag nicht nur Lippenbekenntnis sein soll, dann brauchen wir mutige Taten, politische Zeichen gegen Hass, gegen Neid, gegen Unmenschlichkeit – auch in unserem Land.
Wir appellieren an Ihr Gewissen als guter Katholik: Veranlassen Sie nicht die Abschiebung von Familie Omar. Geben Sie ihr eine Chance auf ein menschenwürdiges Leben.“

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Sylvia und Dr. Gerd Schwiersch

„Bitte um Ausnahmeregelung beim Abschiebeverfahren von Sherin Omar und seiner Familie.
Seit mehr als 2 Jahren arbeiten wir aktiv in der Flüchtlingshilfe Blieskastel.
Dabei haben wir viele Menschen aus Syrien kennengelernt. Mittlerweile können wir gut unterscheiden zwischen aktiv integrationswilligen und -fähigen Menschen und einigen wenigen, die die Wohltaten unseres Gemeinwesens ohne Gegenleistung ausnutzen. Herr Omar und seine Familie gehört zweifelsohne zur erstgenannten Gruppe.
Mit größtem Respekt haben wir verfolgt, wie die Familie sich trotz des ihnen verwehrten Integrationskurses Deutschkenntnisse angeeignet hat, so dass Herr Omar sich im Verein sogar als Sprachmittler zur Verfügung stellen konnte.
Außerdem leistete Sherin Omar im Möbeltransportteam seit mehr als einem Jahr regelmäßig an den Wochenenden 8-10 unbezahlte Arbeitsstunden, um anderen Flüchtlingen zu helfen, die ihrerseits sich für andere wenig engagieren.
Dies ist umso anerkennenswerter, weil er dies neben der Arbeit, mit der er seine kleine Familie ernährt, leistet.
Wir verstehen, dass in unserem Rechtstaat Gesetze gelten, die das Bleiberecht von Flüchtlingen regeln. Trotzdem erwarten wir, dass in Einzelfällen flexibel reagiert werden muß und die Verantwortlichen sich nicht hinter den im Fluss befindlichen Gesetzesauslegungen verstecken………….
Falls Familie Omar in eine ungewisse bedrohliche Zukunft nach Bulgarien geschickt würde, wäre dies im Vergleich zu einigen uns bekannten schmarotzenden Geflüchteten eine schreiende Ungerechtigkeit, die dringend vermieden werden muss……“

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Anne Preßer

„Das Wort Bestürzung reicht nicht,um das Gefühl auszudrücken,das ich bei Deiner Mail empfand. Es läßt sich mit tiefer Trauer besser beschreiben,wie man mit dieser jungen Familie,die so unendlich bemüht ist ,in unsererm Land eine neue Heimat zu finden,umgeht.
Darum appeliere ich nicht bei den betreffenden Stellen um Menschlichkeit ,ich bitte darum.“

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Sabine Junker

„Es ist so schlimm! Ich kann es nicht begreifen! Vielleicht kann man anhand der OXFAM-Berichte argumentieren? Hier mal ein Link dazu:
https://www.welt.de/politik/ausland/article163456304/Fluechtlinge-berichten-von-Gewalt-und-Entwuerdigung-auf-Balkanroute.html
und dieser betrifft zwar Ungarn, aber in Bulgarien wird es nicht besser sein:
https://www.welt.de/politik/deutschland/article163606269/Fluechtlinge-sollen-nur-unter-Bedingungen-zurueck-nach-Ungarn.html
Ich bin am Boden zerstört, es zerreißt mir das Herz!“

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Monika Kostyra

„ich wende mich an Sie, um meinen Sorgen und Forderungen zur drohenden Abschiebung von Sherin und Shilan mit ihrem kleinen Sohn Ausdruck zu verleihen.
Sherin und Shilan gehörten zu den ersten Flüchtlingen bei uns hier in Blieskastel, die ich kennenlernen durfte. Durch ihre offene und aufgeschlossene Art wurden sie auf Anhieb zu liebenswerten Freunden. Hilfsbereit gegenüber neu ankommenden Flüchtlinge machten die junge Familie zu wertwollen Mitstreitern für uns.
Gerade die schrecklichen Erlebnisse während ihrer Flucht und Inhaftierung in Bulgarien verbietet eine Abschiebung in dieses Land. Sie wurden dort gequält und unmenschlich behandelt.
Vor diesem Hintergrund verstehe ich das Verhalten im Falle von Shirin und seiner Familie nicht. Das Saarland war in der Vergangenheit Vorzeigeland in der Flüchtlingspolitik. Wir haben Sie Herr Minister dafür bewundert, als Sie zeitweise Ihr Büro nach Lebach verlegt haben und den Flüchtlingen sehr effektiv geholfen haben.
Ich appelliere deshalb an Ihre von uns bewunderte menschliche Einstellung und Hilfsbereitschaft.
Auch füge ich folgendes Zitat aus dem Hirtenbrief 2017 von Bischof Karl-Heinz Wiesemann hinzu:
„Ich mache mir Sorgen, wenn ich sehe, wie sich statt dieses christlichen Willens zur Versöhnung, zum Heilen der geschichtlichen Verwundungen und zum Frieden in unserer Welt ganz andere Kräfte sich in den Vordergrund schieben wollen. Sie proklamieren den absoluten Vorrang der Eigen- oder Nationalinteressen und haben keine Scheu dabei, die eigenen dunklen Seiten auszublenden, um sich selbst groß zu machen. Dabei wird Angst geschürt, dass wir zu kurz kommen könnten oder gewaltsam überfremdet werden, wenn wir, statt uns gegenseitig abzuschotten, das Leben miteinander teilen.
Ich selbst bin praktizierende Katholikin und seit 2 Jahren in der Flüchtlingshilfe Blieskastel tätig.
Meine innere Überzeugung und mein Verständnis christlicher Nächstenliebe geben mir Kraft, die Aufgaben in der Flüchtlingshilfe zu bewältigen.
So bitte ich Sie sehr geehrter Herr Minister, im Rahmen Ihrer Zuständigkeiten und Möglichkeiten der jungen Familie ein Leben hier in unserem liebenswerten Saarland weiterhin zu ermöglichen. Die Familie ist auf dem besten Wege sich bei uns einzuleben und zu integrieren.
Ihrer Antwort sehe ich mit Vertrauen und großer Hoffnung entgegen.
Mit freundlichen Grüßen
Monika Kostyra “

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